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02.09.2014
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Radfahren-Rund um Maria Laach

Für Kunstkenner ist es ein Muss, für Naturliebhaber ein Genuss und für Radler schlichtweg eine der beschaulichsten Touren Deutschlands. Es geht um den dreizehn Kilometer langen Weg rund um das Laacher Juwel, den Laacher See, wo eine unberührte Landschaft und eine der wertvollsten romanischen Kirchen eine Einheit bilden. Wer auf der A 64 (Ausfahrt Mendig/Maria-Laach) an diesem Postkartenmotiv vorbeirast, versäumt die meditative Ruhe in dem märchenhaften Tal der Vulkaneifel.

Als Start und Ziel bietet sich das 1093 von Pfalzgraf Heinrich II. gegründete Benediktinerkloster mit seiner dreischiffigen Pfeilerbasilika an, denn hier gibt es einen Parkplatz, von dem wir schnell zum Fuß- und Radrundweg Maria Laach gelangen. Im Uhrzeigersinn fahren wir durch Wald und Wiese am Wasser entlang, bis wir nach ca. 2,5 Kilometern auf einen Campingplatz treffen. An ihm vorbei geht es ein Stück auf die kaum befahrene L 113 und am Restaurant Seeblick zurück auf den Radweg und in den Wald, wo Fichten, Lärchen und Pappeln wie auch jahrhundertalte Eichen stehen.

Besonders im Frühsommer ist es der gelbe Ginster, das „Gold der Eifel“, das an den ab und an auftauchenden Ödflächen ins Auge sticht. An heißen Tagen sollte man Badesachen einpacken, denn die romantischen Buchten, die sich rund um den zwei Kilometer breiten und drei Kilometer langen See finden, laden zum Schwimmen ein. Auch die Naturliebhaber kommen auf ihre Kosten, denn neben der Pflanzenvielfalt, den Seerosen und Schilfwäldern, gibt das Gewässer mit seinen Uferzonen seltenen und geschützten Wasservögeln eine Heimat. Wer das See-Schauspiel aus der Vogelperspektive betrachten möchte, dem sei auf halbem Weg ein Abstecher auf die bewaldeten Hänge am Süden des Sees empfohlen.

Doch Achtung! Da geht’s richtig steil bergauf. Ab der Weggabelung zum Wanderweg Richtung Krufter Ofen ist daher selbst für Bergziegen Schieben angesagt. Im dichten Wald finden wir bald schon die Jägereiche – ein unglaublich mächtiger abgestorbener Baum . Den lassen wir links liegen und steigen weiter hinauf zur Teufelskanzel, die eigentlich Himmelplateau heißen müsste, denn der Ausblick auf das Eifel-Panorama ist an dem 300 Meter hoch gelegenen Punkt unschlagbar. Gleich in der Nähe liegen übrigens auch Hoche Acht (747 Meter) und die Formel-1-Rennstrecke Nürburgring. Der Besucher bekommt hier einen bleibenden Eindruck von der Vulkanlandschaft, deren lebende Berge vor rund 10.000 Jahren noch aktiv waren. Bei guter Sicht lässt sich von der Teufelskanzel sogar der Rhein erspähen. Das Schöne an diesem Platz ist seine Unbekümmertheit und Ruhe, denn kaum ein Tourist verläuft sich hier hinauf. Wir aber werfen einen Blick hinab auf unsere Route: Ging es bislang meist durch Wald, so führt die zweite Hälfte der Tour über asphaltierte Feldwege entlang des Gewässers an der westlichen Seeseite, der wie ein riesiges Auge unter uns liegt.

Die Benediktiner hatten schon im Mittelalter Teile des Sees und des feuchten Umlands trocken gelegt, um darauf Ackerbau und Viehzucht zu betreiben. Zurück auf unserem Weg um Maria Laach ist das Augenmerk von nun an stets von der verträumt daliegenden Abtei gefangen. Ehe wir jedoch zurück am Parkplatz das Rad wieder in den Wagen packen, sollten wir das Kloster genauer inspizieren. Gleich auf dem Weg zur Abtei findet sich unweit des Parkplatzes die „neue Halle“, wo ein zwanzigminütiger Kurzfilm geboten wird, der in die Geschichte des weltberühmten Klosters einführt. Nur wenige Schritte entfernt liegt der Klosterbuchladen, der sich auf religiöse Titel spezialisiert hat, und ebenfalls nicht weit davon ist die Gärtnerei der Mönche gelegen. Selbst wenn Sie keine Pflanzen kaufen möchten, so empfiehlt es sich einen Blick hineinzuwerfen, denn das Angebot ist überwältigend. Wer sich eher für die Fauna der Welt und vor allem für jene in der Vulkaneifel interessiert, dem sei das Naturkundemuseum St. Winfrid ans Herz gelegt. Eine Gesteinsammlung aus der Umgebung, wo Basalt, Trachyt, Phonolith, Bims und Trass dominieren, runden das Museum ab. Wer sich nach einem anschließenden Rundgang durch die Basilika, die in ihrem Äußeren die Idee der romanischen Gottesburg verkörpert und im Inneren schlicht und ohne viele aufwendige Blendbögen und Arkaden gehalten ist, nun gar nicht vom See und seinem Kloster trennen möchte, für den hält das Viersternehaus Seehotel Maria Laach sicher eines seiner 69 Zimmer sowie ein Café mit hoteleigener Konditorei, einer Sommerterrasse und eine Bier- und Weinstube bereit. Wir jedoch kehren zurück zum Parkplatz. Wer mit der Bahn nach Maria Laach möchte, findet in Andernach und Niedermendig Bahnhöfe, von wo aus ihn Linienbusse zum Ausflugsziel bringen. Streckencharakter Schwierigkeit: leicht Der Weg führt über asphaltierte oder mit Schotter belegte Radwege und über Waldwanderwege.

Für ca. 400 Meter muss man auf die (nicht stark befahrene) L 113 ausweichen. Beim Wanderwegabzweig zur Teufelskanzel steigt man besser vom Rad und genießt den Waldspaziergang zu Fuß. Hier freuen sich nur noch Mountainbike-Fahrer. NICHT geeignet für Rennradfahrer! Familienfreundlich.

Streckenprofil Tourlänge: 14km Min. Höhe: 274m Max. Höhe: 449m Ges. Aufstieg: ca. 253m Ges. Abstieg: ca. 248m Fahrzeit: ca. 150 Min. Streckenführung Start Parkplatz am Kloster Maria Laach links ab am Ende des Parkplatzes auf den Uferweg [400m] 1,8 km Uferweg am Laacher See entlang bis Campingplatz rechts ab L 113 am Parkplatz 0,4 km L 113 [Achtung, kein Radweg] rechts ab Uferweg Laacher See entlang 0,24 km Uferweg Restaurant Seeblick 3,7 km Uferweg [die letzten 500m sind asphaltiert] links ab Wanderweg Richtung Jägereiche [ausgeschildert] 1,3 km Wanderweg bis Jägereiche rechts ab Wanderweg Richtung Krufter Ofen [ausgeschildert] 0,5 km Wanderweg bis Krufter Ofen Aussichtspunkt Krufter Ofen 0,59 km Wanderweg bis Teufelskanzel Aussichtspunkt Teufelskanzel 1,0 km Wanderweg zurück zur Jägereiche 1,3 km Wanderweg zurück zum Uferweg 2,0 km Uferweg bis Kloster Maria Laach [asphaltierter Weg] Besichtigung Kloster Maria Laach 0,4 km Fußweg Start/Zielpunkt