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03.09.2010
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Heilquellen Drucken

Was sind Mineralbrunnen und Sauerbrunnen ?

Als natürliches Mineralwasser wird Wasser bezeichnet, das pro kg mindestens 1 g geflöste, feste oder gasförmige Stoffe enthält. Sie treten überall dort gehäuft auf, wo in vergleichsweise junger geologischer Vergangenheit vulkanische Aktivität stattgefunden hat.
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Heilmineralquelle in Niederzissen
"Am Sauerbrunnen"
So gibt es in der Region Brohltal/Laacher See zahlreiche Mineralquellen. Eine besondere Häufung findet sich jedoch im Tal des Brohlbaches zwischen Oberzissen und der Schweppenburg und in den südlich angrenzenden Seitentälern, dem Pönterbachtal, dem Tönissteiner Tal und dem Tal des Gleeser Baches sowie in den beiden jungen vulkanotektonischen Senken (Calderen) des Wehrer Kessels und des Laacher Sees.
Der "Sauerbrunnen" in Oberzissen. mineral2.jpg
Mineralwasser darf zusätzlich als Säuerling bezeichnet werden, wenn der natürliche Kohlendioxidgehalt  1000 mg pro kg Wasser übersteigt. Die Entstehung dieser Säuerlinge wird durch verschiedene Prozesse in unterschiedlichen Tiefen der Erdkruste und des oberen Erdmantels beeinflusst.

Die Säuerlinge lassen sich direkt von der aufsteigenden Kohlensäure aus dem oberen Erdmantel ableiten.

Historische Nutzung der Quellen


Schon die Römer, wussten die alten Heilbrunnen zu schätzen. Die Quellen wurden besonders häufig von römischen Legionären der Rheinflotte und von Steinmetzen aufgesucht, die in den damaligen Trasssteinbrüchen arbeiteten und an den Brunnen Erfrischung und Erholung suchten.
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Der Römerbrunnen in Wassenach zeigt heute noch vulkanische Aktivitäten.
Nach dem Zerfall des römischen Reiches gerieten die Quellen bis zum Ende des Mittelalters in Vergessenheit und erlebten erst wieder in der Folgezeit mit der Weiterentwicklung der medizinischen Wissenschaften eine Renaissance.

Ab dem 16. Jahrhundert kamen in Europa langsam Bade- und Trinkkuren in Mode und es entwickelte sich ein reger Handel mit den Mineral- und Heilwässern, die in Tonkrüge abgefüllt und mit Rheinschiffen verfrachtet wurden. 

 

Historische Zeichnung der Quelle in Bad Tönisstein. toennis.jpg
Die Nachfrage nach Mineralwasser aus dem Brohltal entwickelte sich so rasch, dass die Bevölkerung ihre bisherige Haupterwerbsquelle, die Landwirtschaft, vernachlässigte und zeitweilig ihren Unterhalt ausschließlich mit dem Abfüllen von Mineralwasser und dem Transport der Krüge bestritt.

Im Jahre 1739 erwarb der Kölner Kurfürst Clemens August, dem bereits die Kurfürsten- und Angelikaquelle in dem späteren Bad Tönisstein gehörten, den Heilbrunnen im Pönterbachtal. Er übernahm den Handel mit dem Mineralwasser.

Nach dem Tod des Kurfürsten (1761) erlosch das Interesse an den Mineralquellen und als sie in den Besitz des preussischen Staates übergegangen waren, wurde der Mineralwasserabsatz durch Verpachtung (1814 - 1886) wieder belebt.

Im Jahr 1886 verkaufte der Staat den Heilbrunnen im Pönterbachtal und die Mineralquellen in Tönisstein an den Großindustriellen Thyssen, der Tönisstein zu einem mondänen Kurbad ausbauen wollte. Von diesem wiederum erwarb der Chemiker Dr. Carl Kerstiens den Heilbrunnen und baute diesen zu dem noch heute existierenden „Tönissteiner Sprudel“ aus.

Am Ende des vorigen Jahrhunderts entwickelte sich aufgrund wachsender Nachfrage auch die Kohlensäureindustrie im Brohltal.

In den 70iger Jahren des letzten Jahrhunderts verlagerte die Firma Rhodius ihre Gechäftsinteressen von der Bleiweis- auf die Mineralwasserproduktion. Beide Abfüller (Rhodius und Tönissteinersprudel) zählen mittlerweile zu den bedeutesten Mineralwasserabfüller in Deutschland.

Mofetten


Neben den Mineral- und Heilquellen gibt es in der Verbandsgemeinde Brohltal/Laacher See noch eine große Anzahl sogenannter Mofetten.
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Kohlendioxidehalation am Ufer des Laacher Sees.
Darunter versteht man trockene, kühle, kohlendioxidhaltige Gasexaltationen des Bodens, die häufig als eine Folgeerscheinung vulkanischer Aktivität auftreten. In den vergangenen Jahrhunderten waren diese Gasaustritte teilweise so stark, dass sie zeitweilig den Eisenerzbergbau behinderten. Im Stollen des Bergwerks  "Eisenkaul" musste der Betrieb 1846 sogar ganz eingestellt und die Grube aufgegeben werden.

Am bekanntesten sind die Mofetten am Ostufer des Laacher Sees. Aber auch am Westufer ist der Aufstieg von Kohlensäure-Gasblasen zu beobachten, obwohl die Aktivität nach den umfangreichen Seespiegelabsenkungen zum Schutz des Klosters Maria Laach vor Hochwasser insgesamt stark abgenommen hat.

Im Seeinnern selbst treten keine Mofetten auf. Die Ursache hierfür ist sicherlich in der zunehmenden Wassertiefe und der damit einhergehenden Zunahme des Drucks der überlagerten Wassersäule, sowie in der Mächtigkeit der wenig durchlässigen Seesedimente zu sehen, die eine Entgasung behindern. Nach Berechnungen der eidgenössischen Anstalt für Wasserversorgung, Abwasserreinigung und Gewässerschutz werden alleine in der Caldera des Laacher Sees bis zu 2500 Tonnen Kohlendioxid jährlich in die Atmosphäre freigesetzt.
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